Weil ich den kleinen Block Makassar-Ebenholz schon für einen Deckelknopf einer Dose angesägt hatte, machte ich auch gleich ein paar Rohlinge für Kugelschreiber. Dabei habe ich nebenbei gleich ein paar Bilder geschossen, um einmal die Bearbeitungsschritte an so einem Schreibgerät grob zu dokumentieren.
Also, der kleine Holzklotz wird mit Stift und Lineal angezeichnet, es sollen etwa 15x15x120mm große Stücke abgesägt werden, dann stellt man sich idealerweise damit zur Bandsäge und schneidet. Nur leider habe ich noch keine Bandsäge, deshalb muss ich eben mit der Hand sägen – anstrengend und langwierig, aber es geht.

Nachdem der erste Rohling ausgesägt worden ist, wird er auf die passenden Maße des Schreiberbausatzes – in meinem Fall 2x60mm (inkl. je 10 mm Verschnitt) - abgelängt und mit einer passenden Bohrung (8mm hier) für die Messinghülsen versehen.
Danach werden die Messinghülsen mit Klebstoff eingestrichen und in die Rohlinge geschoben. Welcher Kleber optimal wäre, das hängt stark vom verwendeten Holz und dem Faserverlauf innerhalb des Rohlings ab.
Wenn der Kleber trocken ist, werden die beiden Hälften des Rohlings an jeder Stirnseite mit einer Fräs-Ahle (bzw. Bohr-Ahle oder auch Planfräser) bis zur Messinghülse plangefräst.
Die fertigen Hälften spanne ich dann eineln auf einen Mandrel mit den zum Bausatz passenden Spannhülsen. Jetzt wird endlich gedrechselt, allerdings nicht lange, den Durchmesser der Spannhülsen hat man bald erreicht, dann geht es bereits mit der Oberflächenbearbeitung weiter.
Die gedrechselte Hülse wird mindestens bis Korn 600 geschliffen, dann kommt Schleifpaste drauf, die mit einem Tuch bei laufender Maschine fest eingerieben wird, danach kommen noch drei Schichten Hartwachs, das im gleichen Verfahren aufgetragen wird.
Wenn die beiden Hülsen fertig sind, wird die Drechselbank in eine improvisierte Stiftpresse umgebaut und die Teile des Bausatzes werden in die Hülsen eingepresst.
Dann ist das Schreibgerät fertig und kann sofort verwendet werden.
Die Hartwachsbeschichtung schützt einerseits das Holz vor Verunreinigung, andererseits den Besitzer vor eventuell vorhandenen ungesunden Substanzen, die in manchen Hölzern vorhanden sein können. Auch bei intensive Nutzung des Schreibers bleibt der Schutz erhalten, lediglich der Glanz der Oberfläche verschwindet mit der Zeit.
Viele Hölzer sind hitzeempfindlich, solche Schreiber sollten deshalb nicht in der Sonne liegen gelassen oder anderen Hitzequellen ausgesetzt werden, die Holzhülle könnte sonst eventuell reißen und eine Reparatur der Hülle ist aufwändig bis unmöglich.


















Schööööööön! Und was kostet so ein Ding? Gibt es fertige Kulis / Füller, die man besichtigen bzw. kaufen kann, oder arbeitest du nur auf Bestellung?
fersc
Ferry am 10. März, 2010