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Mit dem Volvo konnte ich ja nicht besonders lange fahren – gerade einmal drei Monate bis zum Getriebeschaden. Jetzt habe ich etwas mehr Geld zusammengekratzt für einen Kleinwagen des VW-Konzerns: VW Lupo 3L 1.2 TDI, BJ 2002. Hab mich schon irre gefreut auf die erste Ausfahrtmit dem schnuckeligen Sparflitzer, doch bereits bei der Heimfahrt von Wien gleich nach dem Anmelden stellte sich heraus, dass ich mir den nächsten Reparaturfall eingekauft hatte.

Solange der Lupo in der Stadt bewegt wird, merkt man keinen Mangel – außer vielleicht dass die Radlager nicht mehr top sind. Auf der Autobahn jedoch fällt der Motor spätestens ab 120 km/h in das Notlaufprogramm, bei dem die Turbounterstützung deaktiviert wird, dann fährt sich das Auto wie mit einem 25 PS Saugdiesel (subjektiv), also ganz zäh, man wird zum Verkehrshindernis. Den Motor abstellen und neu starten, dann ist er wieder im Normalbetrieb mit Turbo.
Die Ursache dieses Problems liegt in einer starken Verschmutzung des VTG-Stellmechanismus am Turbo, der bei bestimmten Temparaturen dann einfach hängenbleibt, wodurch die Ladedruckwerte vom Soll abweichen, was das Motorsteuergerät dann dazu animiert, in den Notlauf zu schalten.
Eine Reparatur ist möglich, indem man den Turbo ausbaut, zerlegt und reinigt. Hat man viel Bastelerfahrung, kann man das selber machen. Die VW-Werkstatt verlangt dafür etwa 400,-€ – empfiehlt aber gleichzeitig einen Austausch des ganzen Turbos, was dort 1250,-€ kosten würde.

Im ersten Moment war ich extrem verärgert, aber der Wagen ist so schnuckelig, dass ich mich inzwischen damit abgefunden habe. Der Verkäufer streitet natürlich alles ab, ist auch zu keinen weiteren Verhandlungen mehr bereit – logo. Pech wieder einmal, was?

Naja, solange ich keine 120 km/h fahren will, geht es vorläufig ja noch ohne Reparatur.

Was haben wir gelernt? Keine Probefahrt ohne ein Stück Autobahn. Kein Kauf ohne Kaufüberprüfung.
Warum ich die Kaufüberprüfung nicht gemacht habe? Der Verkäufer hat diese von sich aus angeboten, daher bin ich davon ausgegangen, dass er sicher ist, dass hier keine Mängel gefunden werden und habe darauf verzichtet. Schön blöd.

So lernt man dazu, auch wenn man keine 20 und auch keine 30 mehr ist.

10 Kommentare zu “Gebrauchtwagen – nächster Versuch: VW Lupo 3L”

So, hab heute Luftfilter und Dieselfilter gewechselt, waren beide schon schwarz, was mich zu der Vermutung drängt, dass es um die Öle und Ölfilter in diesem Auto kaum besser bestellt sein wird.

Das Motoröl im Lupo 3L muss laut Handbuch der Spezifikation VW 506.00 oder 506.01 entsprechen. Komischerweise bekommt man das beim örtlichen VW-Händler in Stockerau nicht (Zitat: “…haben wir nie gehabt…”). Nagut, der kleine Ersatzteilhändler bei mir in der Nähe hat es besorgen können – es ist ein 0W30 Vollsynthetik-Leichtlauföl, das für Pumpe-Düse Diesel geeignet ist. Dieses Öl soll dem 1.2 Liter 3-Zylinder TDI Motor zu niedrigen Verbrauchswerten verhelfen und schont speziell bei zahlreichen Kaltstarts und Kurzstrecken den Motor.

Das Vehikel hat außerdem vom ersten Besitzer einen Nebenstromfilter von Trabold verpasst bekommen, dieser Filtert zusätzlich zum Hauptstrom-Ölfilter feinste Mikropartikel aus dem Motoröl. Ich gehe davon aus, dass auch dieser Filter nie gewechselt worden ist, habe daher einen Satz Ersatzfilter dazubestellt. Sobald diese da sind kommt endlich der Ölwechsel dran, nach dem sich der Motor schon sehnt.

Getriebeöl wird bei dieser Gelegenheit auch gleich gewechselt, bei dem Kilometerstand schadet das auf keinen Fall.

Dann muss noch der Turbo ausgebaut und gereinigt werden, dann sollten sich wieder Verbrauchswerte um die 3 Liter einstellen, derzeitiger Schnitt: 3,6 Liter.

Habe den Turbo heute wieder hinbekommen, wie es aussieht. Das Gestänge, das mittels Unterdrucksteuerung die Turbinenleitschaufeln verstellt, hat wegen Rußverschmutzung geklemmt.
Eigentlich wollte ich den Turbo zwecks Reinigung ausbauen, habe mich dann aber für eine chemische Reinigung entschieden, bei der man nur das Hosenrohr von der Auslassseite abnehmen braucht, doch mir fehlt das richtige Werkzeug dazu. So habe ich eben das Gestänge der Leitschaufelverstellung so lange hin und her bewegt, bis alles wieder leichtgängig bewegt werden konnte. Das ging anfangs nur mithilfe einer Eisenstange und viel Kraft, jetzt kann man es wieder mit einem Finger bewegen.
Zusätzlich habe ich noch ein Additiv in den Tank geschüttet, das Rußablagerungen lösen soll.
Die erste Testfahrt war ein Erfolg: Der Lupo beschleunigt nun problemlos auf 160 (schneller wollte ich nicht), ohne dass die Leitschaufeln wieder hängen geblieben wären.
Bin gespannt, wie lange das hält…

Gestern wurde das Motor – und das Getriebeöl gewechselt.
Wir – also, meine beiden Helfer und ich – waren fassungslos und entsetzt, was wir beim Ablassen den Motoröls und beim entfernen der alten Filter zu sehen bekamen: eine kohlschwarze dünne Suppe, die übelst nach Diesel stank kam da raus. Sowohl der Ölfilter vom Hauptstrom wie auch der Trabold Nebenstromfilter waren mit pechschwarzer Pampe verklebt. An diesem Auto wurde anscheinend tatsächlich noch nie das Motoröl bzw. -filter gewechselt, unglaublich.
Nachdem wir alles erneuert hatten, wechselten wir auch gleich das Getriebeöl, was zwar noch nicht zwingend erforderlich gewesen wäre, doch ich halte es mit der Faustregel: alle 100000km Getriebeölwechsel bei Shaltgetrieben. Es war auch in der Tat kein wirklich sauberes Öl im Getriebe.
Um allerdings die Ablassschraube vom Getriebe zu öffnen, braucht man ein Spezialwerkzeug. Zwar hat man eine normale Imbus-Madenschraube der Stärke 17 vor sich, doch ist genau dort ein Teil vom Querlenker im Weg. Um da ranzukommen haben wir eine alte Radmutter auf ein Flacheisen geschweißt, dieses Ding war für diesen Zweck ein hervorragendes Werkzeug.

Der Motor läuft nun kultivierter und ruhiger, geht mit der Kraftentfaltung nicht mehr so ruckartig vor und überhaupt: ich kann jetzt beruhigt auch mal eine längere Fahrstrecke einplanen.

Die Leitschaufelverstellung des Turbos funktioniert gottseidank nachwievor, hin und wieder schaue ich mal unter die Motorhaube, um die leichtgängigkeit des Mechanismus zu prüfen und bewege das Ding ausgiebig hin und her. Sind aber erst ein paar Tage, es wird sich weisen, ob ich allein damit auf Dauer durchkomme.

Verbrauch derzeit immer noch 3,6 l im Schnitt. Ich verwende aber nun immer öfter den Tipptronic-Schaltmodus, bei meinem Fahrstil macht dies anschinend kaum einen Unterschied zum ECO-Modus im Verbrauch, wie ich nun feststelle.

Am 31. August hatten wir 9°C in der Früh, dabei sind zwei Dinge augetreten:

1) Das blaue Lämpchen für Kühlmitteltemperatur ist angesprungen, was bei diesen Außentemperaturen eigentlich noch lange nicht leuchten sollte. Daraufhin habe ich noch am selben Tag den Kühlmitteltemperaturgeber getauscht, am folgenden Tag kein blaues Lämpchen mehr (11°C in der Früh). Ein defekter Temperaturfühler könnte übrigens auch verursacher des Rußproblems gewesen sein, das ich im Turbo hatte, denn wenn das Motorsteuergerät davon ausgeht, dass die Kühlmitteltemperatur zu gering ist, wird das Treibstoffgemisch unnötig aufgefettet.

2) Beim Einparken in Wien ist plötzlich die elektromechanische Lenkhilfe ausgefallen. Bei den folgenden Fahrten war sie wieder da.
Nanu?

Die Leitschaufelverstellung des Turbos geht nachwievor problemlos, klopfen wir auf Holz.

Neuen Defekt entdeckt: Habe das Fahrzeug offenbar mit einem defekten Microschalter gekauft, welcher im Türschloss sitzt. Der Schalter ist verantwortlich dafür, dass 1) beim Öffnen der Fahrertüre die Hydraulikpumpe anspring, damit genug Druck zum Kuppeln und Schalten vorhanden ist, wenn man starten möchte, 2) Innenbeleuchtung, 3) Warnsignal, wenn Scheinwerfer nicht abgedreht wurden. Keine der genannten Funktionen wird ausgeführt. Da der Schalter im Schloss eingeklebt ist, muss dieses wohl getauscht werden. Zuvor prüfe ich aber, ob nicht ein Kabelbruch vorliegt.
Muss die Innenverkleidung der Türe sowieso abnehmen, um die Führungsschienen vom Fensterheber zu schmieren…

Zweitbetankung: Nachdem ich erfahren habe, dass etliche 3L-Fahrer beim Tanken das Entlüftungsventil offen halten, um mehr Sprit in den Tank zu bekommen, habe ich das auch probieren müssen: Wenn die Tanksäule den Tankvorgang abbricht, weil der Tank voll ist, schiebt man den schwarzen Nippel, der sich rechts im Einfüllstutzen befindet, mit dem kleinen Finger nach hinten und tankt langsam weiter, bis nix mehr geht. Auf die Art gelangen noch zusätzlich etwa 8 Liter in das Tankvolumen, man hat also ca. 42 Liter Tankinhalt mit dem Ausgleichsvolumen.
Ob das auf Dauer schaden kann, ich habe keine Ahnung, ich wollte das auch mal probiert haben, aber angeblich bleibt immer noch genug Luft im Tank zum Ausdehnen.
Blöd ist nur, dass der Durchschnittsrechner auf spritmonitor.de durcheinander kommt, wenn man einmal so und dann wieder normal befüllt, die dort berechneten Verbrauchswerte sind dann falsch.
Ich denke, ich komme mit den normalen Tankvolumen in jeder Lebenslage locker aus und werde dies nicht weiter praktizieren.

Dank neuem Temperaturfühler für die Kühlflüssigkeit (vermute ich jedenfalls) bin ich momentan auf einen Durchschnittsverbrauch von 3,0 l gekommen und schätze, dass ich mit vielen LKW-Schleichfahrten auf der Autobahn deutlich unter 3 Liter Durchschnittsverbrauch kommen könnte. Aber Herumschleichen macht keinen Spaß, gerade wo sich dieser Sparflitzer doch so spritzig fährt, macht das Gasgeben richtig Laune! Ist das nicht blöd? ;-)

Gut, heute hatten wir 5,5°C in der Früh, wieder Blaulicht für die Kühlwassertemperatur bei Starten, war also doch kein Fehler vom Sensor, wie mir scheint. Da war ich wohl falsch informiert, macht nix.

Der Turbo geht nach wie vor wie er soll, keine weiteren Probleme.

Verbrauch momentan 3,2 Liter im Schnitt.

Heute wieder: Notlauf auf der Fahrt nach Wien, obwohl der Leitschaufelmechanismus eigentlich nicht stecken geblieben ist. Hab auf der Raststation die Kiste abgestellt, dann ging wieder alles normal weiter, bis dann in Wien wieder die Servolenkung beim Einparken ausgefallen ist.
Auf der Heimfahrt am Nachmittag keine Probleme.

Des Auto is a Klumpert! :-(

Immer wenn es kalt it, fällt dem Wölfchen die Servolenkung aus, das nervt. Immerhin geht jetzt der Turbolader wieder wie ein neuer. Bin ein paar Mal 170 auf der Autobahn gefahren, jetzt ist alles wieder leichtgängig und bleibt nicht mehr hängen. Braucht wohl ab und zu richtige Drehzahlen, der Turbo, im Stadtverkehr mit ECO-Modus kommt der Motor nämlich kaum über 2000 Touren.

Nach ein paar Bleifußfahrten bin ich jetzt auf 3,5 Liter Durchschnittsverbrauch.

Nun werden die Radlager langsam etwas laut, konnte beim Fahren aber nicht lokalisieren, welche betroffen sind – das Geräusch kommt von überall… aber nachdem es in Kurven nicht lauter wird, nehme ich an, dass es die hinteren Lager sind.

Ich bin derzeit jeden zweiten bis dritten Abend im Keller und produziere edle Schreibgeräte, vielleicht kann ich mir damit das Spezialwerkzeug von VW für die Radlager finanzieren – möchte das lieber selber machen, mein Vertrauen in die Werkstätten tendiert gegen null.

Habe mir endlich ein neues Türschloss geholt wegen dem defekten Sensor. Eingebaut und schon sind drei Probleme beseitigt (Innenbeleuchtung/Hydraulikpumpe/Lichtwarnung beim Öffnen der Tür funktionierte nicht).

Winterreifen und Witterungsverhältnisse (Schnee und Eis bei -10 bis 0°C) lassen den Verbrauch auf momentan 4,0 Liter steigen.

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