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Meine Drechselwerkstatt

Walter am 19. Februar, 2010

1) Die “Winterwerkstatt”

Die "Kleine"Winterwerkstatt deswegen, weil hier hauptsächlich im Winter gearbeitet wird. Dies ist das Kellerabteil unserer Wohnung, die Temperaturen sind im Winter auch ohne Heizung meistens erträglich. Hier steht eine JET 1220 Tischdrechselbank, die ich auf M33 Spindelgewinde umgebaut habe.

Gedrechselt wird hier alles – vom Kugelschreiber bis zu Schalen und Hohlgefäßen, von Holz bis Knochen.Schreibgeräte jedoch entstehen ausschließlich hier auf dieser Maschine, die große Killinger im Gartenhaus (Sommerwerkstatt) ist für größere Aufgaben vorgesehen.

Die Drechseleisen sind ein Sammelsurium aus einer angekauften Überlassenschaft eines alten Hobbydrechslers, Drechselflohmarktware, Neuware und selbst gefertigten Werkzeugen.
Geschärft werden die Messer an einem handbetriebenem Schreifbock, den ich auf dem Dachboden unseres Gartenhauses gefunden habe – der hat eine Handkurbel, die über ein Getriebe eine Kleine Schleifscheibe antreibt und dabei beachtliche Drehzahlen erreicht. Ich habe dieses Relikt mit der Zeit lieben gelernt, denn kein motorisierter Schleifbock bietet einem eine derartige Flexibilität und Rückmeldung wie ein Handantrieb.

Rechts an dem massiven Eichentisch habe ich einen kleinen Schneidetisch mit einer Stichsäge montiert. Für schnelle grobe Zuschnitte kann man das schon mal gebrauchen, notwendig ist es aber nicht. Meistens säge ich derzeit mit Handsägen – bevorzugt mit dünnen Japansägen, die je nach Holz und Ausführung locker die vierfache Schnittgeschwindigkeit einer billigen Baumarkthandsäge erreichen.

DSCF0600

Weiters steht im Kellerabteil eine Ständerbohrmaschine von JET, die verwende ich vor allem für das Bohren und Planfräsen der Pen Blanks (Holzrohlinge für Schreibgeräte).
Diese Maschine ist eine von den günstigeren und leider nicht ganz so präzise, wie ich mir das gewünscht hätte, aber im Moment muss das reichen, heikle Bohrungen mache ich eher mit der Drechselbank, sofern möglich.

Starkstrom kommt in absehbarer Zeit hier rein, dann kann ich endlich die alte, klapprige Lutz-Bandsäge, die ich vor kurzem billig erstanden habe, in Betrieb nehmen – ist kein hochwertiges Gerät, aber ich hoffe, dass die Präzision ausreicht, um damit Rohlinge für Kugelschreiber zu sägen. Die Justierung der Rollen für das Sägeband war jedenfalls ziemlich mühsam, alles an dem Gerät ist irgendwie nur sehr grob einstellbar, und leichtgewichtige der Rahmen aus Stahlblech ist absolut nicht verwindungssteif. Wir werden bald sehen, ob diese Bandsäge zu irgendetwas zu gebrauchen ist – Bild folgt.

Ein Dremel mit biegsamer Welle und viel Holzbearbeitungszubehör hat sich inzwischen auch hier eingefunden und mehrfach bewährt. Dieses kleine Ding ist übrigens das lauteste Gerät hier im Kellerabteil

Ansonsten gibt es hier nicht viel zu sagen, es ist ein kleines Kämmerlein, das inzwischen viele Möglichkeiten bietet und für Gelegenheitsdrechseln zu jeder Zeit und den ganzen Winter hindurch genutzt wird.

2) Die “Sommerwerkstatt”

Killinger KM1500SE in der Sommerwerkstatt

In der Sommerwerkstatt entstehen größere Objekte (mit der Außendrehvorrichtung bis zu 68 cm Durchmesser) genauso wie kleinere Sachen (Teelichte etc.), nur Kugelschreiber nicht, die bleiben der Winterwerkstatt vorbehalten, sonst muss ich zu viel Zeug hin und her übersiedeln. Ich denke, in Zukunft mache ich in der Winterwerkstatt nur noch Schreibgeräte, die Übersiedelei des Drechselzubehörs (ist eine ganze Menge Kleinzeug inzwischen) birgt immer die Gefahr, dass etwas verloren geht und macht einen Haufen Mehrarbeit.

Die Sommerwerkstatt ist in unserem Gartenhäuschen untergebracht, es befindet sich derzeit kein Ofen oder sonstige Heizmöglichkeit in diesem Raum, im Winter ist das Arbeiten hier nicht möglich, die Temperaturen sinken deutlich unter 0 Grad hier drin.

Al-Ko Kober Drechselbank als Poliermaschine Neben der Killinger Drechselbank befindet sich hier noch ein elektrischer Schleifbock, der für Drechseleisen eher weniger gut zum Schleifen geeignet ist (grobe Korundscheiben und hohe Drehzahl), dann noch eine ältere Al-Ko Kober Drechselbank aus den 80ern, die ich nur noch zum Polieren verwende, eine kleine billige Güde Tischbohrmaschine, eine Handkreissäge, ein Elektrohobel, ein Schwingschleifer, ein Excenterschleifer, zwei Handbohrmaschinen, zwei Akkuschrauber, eine elektrische Stihl Kettensäge, jede Menge Handsägen, Zwingen, usw.
Was hier noch fehlt, das wäre eine große Bandsäge, eine ordentliche Tischkreissäge, ein Dickenhobel,…. naja, und jede Menge Freizeit (und viel Geld). ;-)

Ich bin derzeit noch dabei, etwas Ordnung in das Chaos zu bringen, doch das ist gar nicht so einfach und ein größerer Zeitaufwand als man glauben möchte. Wenn man allerdings beim Zusammenräumen plötzlich Dinge in der Hand hält, die man ein Jahr lang vergeblich gesucht hat, spätestens dann ist der Zeitpunkt gekommen, sich Gedanken über eine neue Ordnung in der Werkstatt zu machen…

Neuordnung

Ich habe nun beschlossen, beide Werkstätten in unserem Kellerabteil zu verschmelzen. Es wird in den kommenden 5 Jahren nur wenige Gelegenheiten geben in der Sommerwerkstatt zu drechseln, und die kleine JET im Kellerabteil muss innerhalb der nächsten 1-2 Jahre ersetzt werden, die fällt nämlich schön langsam auseinander. Daher übersiedle ich die Killinger ins Kellerabteil, wo sie die JET ablösen wird, und hier habe ich einfach mehr Gelegenheit meinem Hobby nachzugehen. Außerdem habe ich dann das gesamte Zubehör immer auf einem Fleck beisammen.

Seit zwei Tagen schaffe ich nun Platz im Keller, so viel Krempel sammelt sich dort im Laufe der Jahre an, aber das Ausmisten lohnt sich wirklich: Trotz Bandsäge und Späneabsauganlage, die noch hinzugekommen sind, ist nun mehr Platz als zuvor.